(Schwerpunkt: Schwerdemenzkranke)

290414

Singen und Musizieren mit Demenzkranken

Grundkurs

Textfeld: -Auflockern der Musikstunde

       Es gibt sehr viele Möglichkeiten zur Auflockerung der Musikstunde. Man kann z. B. Rätselspiele einschieben (was für die Mehrzahl der Bewohner allerdings ein sehr schwieriges Geschäft ist). Wenn das Thema „Wandern“ ansteht, meist eröffnet mit „Das Wandern ist des Müllers Lust“, sage ich, dass wir in Gedanken heute wandern gehen. Aber wohin wir wandern, muss geraten werden.  Dann spiele ich auf der Mundharmonika an: „Wo die Nordseewellen schlagen an den Strand“.  Die meisten Bewohner summen sogleich mit. Wie heißt das Lied? Wohin wandern wir? Nur ganz wenige wissen die Antwort. Aber immerhin. Es ist erraten und wird mit „Hallo“ gefeiert. Dann wird das Lied gesungen. Ähnliches Verfahren bei „Ännchen von Tharau“ (Ostpreußen), „Kennst du die Perle“ (Kufstein), „Wenn bei Capri“, „Ich bin ein Mädchen von Piräus“, „In München steht“ usw.

      

       Hochbeliebt ist das Erfinden neuer Liedstrophen. Die „Vogelhochzeit“ eignet sich besonders. Die gängigen Strophen sind zumeist bekannt. Dann suchen wir, welcher Vogel aber noch nicht vorgekommen ist. Zumeist muss ich die fehlenden Vögel vorgeben und natürlich auch den speziellen einleitenden Vers. Das schließliche Reimwort wird aber oft von einem der Bewohner beigesteuert. Das kann zu sehr zahlreichen Ergänzungen führen. Beispiele:

                „Die Nachtigall mit vollem Ton/ sang herrlich zu dem Grammo … .“

               „Die Reiher, die Reiher/die spielten auf der L … .“

               „Die Schwalben, die Schwalben, die tranken noch ‘nen H … .“

               „Doch fehlten alle Schwäne/ die hatten grad‘ Mi … .“

 

 

       Und wegen der völlig undurchsichtigen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Braut, Bräutigam und Brautmutter (Drossel, Amsel, Eule) ergänzen wir fragend (zur Freude der meisten):

               „Wer mag denn hier der Vater sein?

               Da fällt mir nur der Kuckuck … .“

300414