(Schwerpunkt: Schwerdemenzkranke)

290414

Singen und Musizieren mit Demenzkranken

Grundkurs

     - Möglichst deutlich, freundlich und humorvoll sprechen

         Natürlich gibt es Situationen, die sehr ernst sind, in denen spaßige Formulierungen keinen Platz haben.  Was Not, Tod, Schmerz und Trauer ist, „weiß“ auch der hochgradig demente Mensch. Er bekommt emotional auch mit, ob man gerade „Auf der Schwäb‘schen Eisebahne“ singt oder „Am Brunnen vor dem Tore“. Aber ansonsten gilt, dass man nicht nur bemüht sein soll, immer deutlich zu sprechen. Vielmehr sollte man immer bemüht sein, möglichst freundlich und, wenn es passt, auch humorvoll zu reden. Ich versuche deshalb auch immer wieder einmal – meist aus dem Stegreif und deswegen keinesfalls immer glatt - einfache Reime zu machen, bei denen die wacheren unter den Bewohnern durchaus aktiv mitmachen. Das ist zugleich ein lustiges Gedächtnistraining, weil der Hörer ja erst einmal den vorgegebenen Reimvers behalten muss, um dann das treffende Reimwort ergänzen zu können:

                   „Es ist sehr warm in diesem Haus,/

                    drum ziehe ich die Jacke …“.

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                   „Was will denn meist Her Stiller,/

                   schlafen, ja, das … .“

                   „Und wenn Herr Stiller schlafen will,/

                   sind die andren oft nicht … .“

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           „Frau Ortscheid kann trotz starker Schmerzen

           immer wieder einmal scher- … .“

           Ich wünsche ihr von Herzen

           ein Leben ohne … .“      

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           „Nun seid doch endlich leiser.

           Ich rede mich noch … .“

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           „Gerne lächelt die Frau Keller,

           schon wird es im Zimmer h… .“

 

Schwer demenzkrank?

Ja, aber es kann gelacht werden,

auch über eigene, mitunter hintergründige Witze und Reime!

 

300414